Gedanken zu meinen Bildern

Die Frage nach dem eigenen Stil wirft sich spätestens mit Beginn der Ausstellungstätigkeit oder der ersten Veröffentlichung von Bildern auf. Ich strebe in meinen Bildern nach Ausdruck, dabei wird auf romantische Schönmalerei bewusst nicht eingegangen. Was zählt ist der momentane Reiz, der innerlich verspürt wird und nach Umsetzung in ein Bild verlangt. Die Wahl der Mittel ist meist spontan und vielfältig, trotzdem wurde erst ab 2008 bewusst die Mischtechnik gesucht. Eine spezielle Stilrichtung verfolge ich dabei nicht, derzeit ist es noch spannender immer wieder Neues zu versuchen.

Material:
Von mir regelmäßig verwendete Materialien sind: Bleistift, Graphitstift, Farbstifte, Kohle, Kreide, Pastell, Ölpastell, Tusche, Tinte, Aquarell, Acryl, Öl, Gouache, Tempera. Als Bildträger sind neben verschiedenen Papieren und Leinwänden auch Karton, Holz- Span- und Metallplatten in Gebrauch.

Zeichnen/Malen von Menschen:
Vor dem Modell gilt beim Porträt oder Akt die Entdeckung der Körperlandschaft als oberste Priorität. Dabei werden reizende auffällige Merkmale gelegentlich übertrieben dargestellt, was manchmal zu Verzerrungen der Proportionen oder zu „Fehlern“ führt. Diese werden jedoch häufig bewusst in Kauf genommen im Streben nach möglichst subjektiver Darstellung des Gesehenen/Erlebten. Die Farb- oder Strichwahl wird von der gegebenen Stimmung maßgeblich beeinflusst. Um die Spontaneität zu erhalten, muss ein Bild nach der Modellsitzung fertig sein, ein anschließendes Nachbessern lehne ich meist ab.

Ironisches-Groteskes:
Erdachte Bilder mit meist allegorischer Bedeutung entstehen beim Vorgang des "Freien Zeichnens". Hier kann ich losgelöst vom Modell am besten meine eigene Kreativität entfalten und mich auf die eigentliche Malerei konzentrieren. Die dargestellten Szenen spiegeln oft ins Skurrile verzerrte zwischenmenschliche Beziehungen wider. Viele dieser Bilder sind formal Doppelporträts, in denen eine sonderbare Stimmung zwischen den dargestellten zu bestehen scheint. Maltechnisch ist dabei eine Mischtechnik entstanden, wo von Aquarell bis zu Ölfarbe und vom Bleistift über Kohle bis zum Pastell alles in einem einzigen Bild vorkommen kann. Mit diesen Darstellungen versuche ich unter anderem  auszudrücken, dass es auch eine Ästhetik im Unschönen geben kann, dieser Aspekt wurde in der Kunstgeschichte auch immer wieder dargestellt (Fabelwesen, Dämonen). Deshalb sind gerade diese Bilder für mich oft die interessantesten.

Experimentelles Zeichnen:
Experimentelles Zeichnen ist für mich so etwas wie eine Meditationsübung. Zum Teil mit geschlossenen Augen, durch sensibles Tasten mit dem Zeichengerät oder durch Trance-artiges Wiederholen versuche ich Gedanken oder Stimmung als Körperbewegung in den Strich umzusetzen. Dies gelingt ausschließlich im Stehen vor dem fest montierten Zeichenblatt. Es wird meist im Rhythmus von Musik gezeichnet, deshalb wirken die Ergebnisse für mich formal gesehen fast stets harmonisch. Durch dieses häufig unbewusst geschehende Zeichnen komme ich auch immer wieder zu sehr überraschenden Ergebnissen. Aus solchen Übungen entstehen dann häufig die Ideen zu meinen erdachten Bildnissen.


Abstrakte Malerei:
Die gegenstandslose oder abstrakte Malerei finde ich am schwierigsten. Grund hierfür ist, dass ich in jedem sogenannten „abstrakten“ Bild immer noch irgendeinen verzerrten Kopf oder Gegenstand entdecke und es verlangt dann sehr viel Disziplin, diese Form wieder zu verlassen und nicht doch wieder etwas zu Reales darzustellen. Technisch reizt mich im Bereich Abstrakte Malerei besonders das Ineinanderfließen - Lassen der Acrylfarbe auf dem Malgrund, solange bis sich ein interessantes Ergebnis ergibt. Dies ist für mich ein beliebtes Experimentierfeld geworden.


Diverses/Fundgrube:
In einem Malerleben sammeln sich viele Arbeiten an, welche irgendwann gemacht wurden aber dann doch nicht so ganz in die „Linie“ passen. Trotzdem sollen sie nicht gänzlich untergehen, da gerade hier oftmals gute Bilder entstanden sind.